REVOLTE IN ARBEIT
2. Teil der Trilogie „Drei Farben : schwarz-rot-gold!“

Drei SchauspielerInnen und ein Musiker mit Midi-Fighter üben die Revolte. Gründe, Widerstand zu leisten gibt es mehr als sie bewältigen können. Um die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu überwinden, bedarf es des Trainings. Unentwegt bringen sie ihre Körper in einen Zustand des Aufbegehrens, stemmen sich gegen von außen auferlegte oder verinnerlichte Zwänge, reiben sich an Zitaten revolutionärer Vorbilder oder reaktionärer Antagonisten und kämpfen gegen die lächerliche Unfähigkeit an, etwas Wesentliches tun zu können.

Revolte in Zeiten von Pegida: „Dieser fiese Wutbürger-Aufstand hat das komplette Theaterstück vereinnahmt. Wie soll man in so einer Scheiß-Zeit ein Theaterstück über Revolte machen. Ich werde auch schon wie die.“ (aus unserem Probentagbuch)

Team
Julia Amme, Anna Möbus, Arne Müller, Felix C. Voigt
Regie, Dramaturgie: Veronika Steinböck, Katja Heiser
Ausstattung: Anja Maria Eisen
Körpertraining: Nora Schott
Musik: Arne Müller
Assistenz: Norman Schaefer

Premiere 30.01.2015


Presse

Dresdner Neueste Nachrichten / 02.02.2015
„“Hat es schon angefangen?“ Ursprünglich sollte das Ganze offenbar ein gemeinsames Nachsinnen über Revolutionen werden, und die Beteiligten des vielseitigen wie auf erfrischende Art auch neugierigen Künstlerkollektivs waren schon kräftig unterwegs auf diesem Wege. Bis sie eingeholt wurden von den tatsächlichen Geschehnissen, es ihnen buchstäblich die Idee unter den Füßen gezogen hat. Oder besser noch, sich diese oder andere Fragenverändert, brennender gestellt haben. Letztlich benennen sie ihre Recherche „Revolte in Arbeit“, dokumentieren die Suche auch in einem Arbeitstagebuch. Mit bemerkenswerter Konsequenz, dass hier jeder mitdenken kann, Entwicklungen spürbar werden. Und wo Fragen gestellt sind, auf die es erfreulicherweise keine übereilten Antworten gibt. In der Regie und Dramaturgie von Veronika Steinböck und Katja Heiser bekommen die Theaterbesucher, die von den Spielern schon im Foyer „abgeholt“ und „mitbewegt“ werden, die Weisheiten nicht kübelweise über den Kopf gestülpt. Sie sind einbezogen in eine Art Demokratie-Spiel, können dafür oder dagegen sein oder im vielleicht noch etwas sperrig gehandhabten Personenrätsel mit raten. Und bekommen von Felix C. Voigt die „komplexen Zusammenhänge“ in nichtssagenden Floskeln so serviert, dass es gewiss jeder begreift. Auch die diversen Anregungen im Klang-Geschehen des Musikers Arne Müller sind unverzichtbar. Und die Ausstattung von Anja Maria Eisen sorgt für ein Spielfeld mit vielen Möglichkeiten. (…) Man wird beileibe nicht dümmer an diesem Abend, der etwas in Bewegung bringen will. Und wo sich die Darsteller ( auch mit Hilfe von Nora Schott) selbst körperlich so fit machen, dass sie durchhalten werden. Weil widerständiges Denken und Handeln eben auch Ausdauer braucht.“
Sächsische Zeitung / 02.02.2015
„Eine Revolte nach eigenem Geschmack anzuzetteln, ist schwerer als gedacht. Der Wald auf dem Plakat steht Kopf. Die Inszenierung von Veronika Steinböck und Katja Heiser vermischt Kunst und Wirklichkeit zu einem skizzenhaften Ganzen. (…) Der Abend beschreibt Kopfmenschen, die sich gegen Folter, Bildungsmisere und Umweltzerstörung stark machen wollen, aber in Überforderung resignieren. Dass ausgerechnet eine Gruppierung in der eigenen Stadt zeigt, wie man wirkungsvoll den Mund aufmacht, stimmt die Ratlosigkeit umso bitterer. Jedoch flicht das Theater La Lune eine Menge spielerischen Witz ein, und noch vor dem Applaus geht das Stück über in ein Publikumsgespräch. Auch das bietet Theater: die Gewissheit, nicht allein zu sein im Schlamassel.“


Förderer

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden
Fonds Darstellende Künste e.V.
Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank
Societaetstheater Dresden


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