KREIDE FRESSEN

– von Schülern und Lehrern –

„Ich hab die Schnauze voll … ich kann die nicht mehr sehen, ich will die auch nicht mehr sehen, ich halt die nicht mehr aus, können nix und glotzen dich an wie´n Auto, wenn du ihnen was beibringen willst, dann bleiben sie eben in ihrer Scheiße … ich hol sie bestimmt nicht da raus, ich hab getan, was ich konnte, aber sie wolln ja nicht … verdammt, ich bring noch mal einen um …“

Kreide-fressen_Detlef-Ulbrich

In einer Collage aus dokumentarischem Material, gewonnen aus einem Rechercheprozess mit SchülerInnen und LehrerInnen aus Sachsen entsteht ein Theaterstück, in dem Theater La Lune das Biotop ‚Schule’ als besonderen sozialen Brennpunkt untersucht, der gesamtgesellschaftliche Fragen auf explizite Weise spiegelt.
Der theatralen Behauptung einer Gruppe von Lehrern im Ausnahmezustand wird die reale Welt von heutigen Jugendlichen gegenüber gestellt, die mittels Ton- und Videoeinspielungen mit ihren Meinungen, Fragen, Wünschen und Ängsten präsent sind. Dieses Nebeneinander von Fiktion und Dokumentation ermöglicht einen permanenten Perspektivenwechsel und die Konfrontation mit dem Denken und Fühlen des „feindlichen“ Gegenübers.

Team

Julia Amme, Olga Feger, Andreas Jendrusch, Karolina Petrova
Regie: Veronika Steinböck
Bühne & Kostüm: Uta Materne
Dramaturgie: Caren Pfeil
Kamera & Videoschnitt: Christian Rabending
Technik: Beate Oxenfahrt

Premiere: 31. 01. 2013


Presse

Dresdner Neueste Nachrichten / 02.02.2013
„Es ist ein Verdienst der Aufführung, dass sie das „böse System“ nicht in den Vordergrund rückt oder den Lehrer als ewige Jammerfigur, wie er immer mal wieder durch die Medien geistert. Diese Lehrer rackern sich ab, resignieren nicht. Sicher, die Dinge laufen schief, das ist in jeder Szene spürbar. Weil der Fokus aber immer bei den, wenn auch namenlosen Figuren bleibt, kommen vor allem zwischenmenschliche Probleme und innere Konflikte zum Tragen. Insofern ist „Kreide Fressen“ kein Schulstück, sondern eines, das sich überall in der Gesellschaft widerspiegelt.“

Sächsische Zeitung / 07.02.2013
„Alle kennen diese Momente der Ruhe vor dem Sturm. Stickige Luft. Misstrauen. Missverständnis und manchmal auch Angst knistern über den Köpfen. Genau für diese Schlachtfelder des Schulalltags möchte Regisseurin Veronika Steinböck mit der Inszenierung „Kreide Fressen“ im Dresdner Societaetstheater für Lehrer, Schüler und Eltern Abrüstungsverträge anbieten. Zur Seite stehen ihr vier spritzige Darsteller, die in einer Szenen-Collage fiktiven Schulalltag zeigen. Sie schlüpfen in diverse Lehrertypen und berichten auch von eigenen Erfahrungen. Das Stück basiert auf emsiger Schulrecherche sowie Schüler – und Lehrerinterviews. Das Publikum sieht ausführlich die Ursachen von Lehrerpsychosen. Was gut funktioniert ist die Verzahnung von Schülervideo und Lehrerebene. Das Publikum leidet mit beiden Seiten. Man nimmt teil an einem Kampf, bei dem es keinen Sieger oder Verlierer gibt. Aber auch keine Lösung. Zumindest nicht in unserem Schulsystem.“


O-Ton der JUNIORS über ihre Arbeit zur Inszenierung KREIDE FRESSEN:

Anna, 10. Klasse
„Mir hat die Arbeit mit euch und auch der Kamera Spaß gemacht, das Erzählen über die Schule; die Erlebnisse da, also im Grunde alles, weil man ein Teil dieses Projektes war, man ja auch mitgeholfen hat dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Natürlich würde ich gerne wieder bei so einem Projekt mitmachen.“
Jenny, 10. Klasse
„Es war echt Hammer mäßig geil dabei zu sein. Unsere Ideen und Aussagen wurden oft mit einbezogen. Man hat sich schon richtig professionell gefühlt, auf die Aufführung war ich dann richtig gespannt. Und ich kann nur sagen es ist verdammt geil geworden.
Das Stück spricht so viele Altersgruppen an und was ich am Besten finde ist, dass sich hinter der lustigen Umsetzung doch viele Alltagsprobleme der Schüler/ Lehrer verbergen. Es gibt einem die Möglichkeit die Dinge auch mal aus anderem Blickwinkel zu sehen, was ich persönlich total super finde. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, das ich echt mega stolz bin bei diesem Projekt mitgemacht zu haben und natürlich würde ich es jederzeit wieder machen (ohne zu zögern) und natürlich möchte ich mich noch bei euch allen bedanken, dafür dass ihr mich mitmachen lassen habt.“
Nadine, 10. Klasse
„Ich lernte nicht nur über die Lehrer in diesem Stück nachzudenken, sondern auch über mich. Man nimmt nicht sehr oft an sowas Großem teil, aber wenn man von etwas so Wichtigem ein Teil ist, ist man natürlich immer stolz. Man weiß auch mit welchem Stress, wenn welcher vorhanden war, das Stück verbunden ist und man aber weiß, dass man es trotzdem geschafft hat durchzuhalten. Ich muss sagen, ich habe durch die Lehrer in diesem Stück viel über die Lehrer an unseren Schulen herausgefunden.“
Benny, 8. Klasse
„Das war mal ne Abwechslung im Gegensatz zum Unterricht. Man konnte mal was anderes machen, außer bloß rumsitzen und schreiben. Man konnte mal über Schule seine Meinung geigen ohne das einem ein Lehrer sagt, ja du darfst das nicht, du darfst dies nicht. Ich würde auf jeden Fall gerne beim nächsten Projekt mitmachen..oh ja, unsere Lehrer interviewen…“


Förderer

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Fonds Darstellende Künste e.V.
Dresdner Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – „Toleranz Fördern – Kompetenz stärken“

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