JUST A LITTLE BIT RACIST

Am 1. Juli 2009 wird am Dresdner Landgericht eine Ägypterin von einem Russlanddeutschen aus rassistischem Hass mit 16 Messerstichen ermordet. Anlass zur Revolte, Anklage aber auch Selbstreflexion.
Fragmentarisch wollen wir jene Realitäten durchleuchten, in denen ein solcher Mord möglich war und kein isolierter Einzelfall ist. Wir begeben uns auf die Suche nach einer Antwort auf die Fragen von Zusammenleben und Identität in Dresden und kommen dabei immer wieder auch dem kleinen Rassisten in uns selber auf die Spur.

Team
Julianna Herzberg (alternierend:Veronika Steinböck) und Karolina Petrova
Regie, Projektleitung: Veronika Steinböck
Bühne, Kostüm: Uta Materne
Assistenz: Marie Timm
Technik: Beate Oxenfahrt

Premiere am 19.11.2011


Presse
Theater der Zeit / Januar 2012
„Angesichts der Erkenntnisse über rechten Terror hätte das Festival (gemeint ist: „Politik im Freien Theater“) eine Woche später gewiss zusätzliche Brisanz erhalten. Ein wichtiges Stück zum Alltagsrassismus, das unbedingt in dieses Festival gepasst hätte, erlebte leider erst zwei Wochen später seine Premiere im Societaetstheater. Der Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal 2009 inspirierte die gebürtige Wienerin Veronika Steinböck zum Dokumentarspiel „Just a little bit racist“.

Dresdner Neueste Nachrichten / 22.11.2011
„16 Fragmente haben die Regisseurin und die beiden ebenso verletzbar wie vehement agierenden Schauspielerinnen zusammen gefügt. Die Zahl erinnert bewusst an die 16 tödlichen Messerstiche. Den Rahmen bilden einmal Dokumente der Mordgeschichte, vom Ausgangskonflikt auf einem Spielplatz angefangen, zum anderen eine Art Redaktionsbüro, indem die Dokumente gesichtet und verarbeitet werden. Das ist dennoch kein dokumentarisches Theater im engeren Sinn, eher ein sehr lebendiges Dokumentarspiel, eben ein auf Wirkung angelegtes Wechselbad. Andere Szenen sind einfach nur entlarvend witzig….Dazwischen immer wieder geradezu tödliche Betroffenheit.“

Sächsiche Zeitung /    11.2011
„Ständig wechseln Herzberg und Petrova zwischen Personen, Sprachen, Situationen, zwischen gut, böse, harmlos, gewaltbereit – im Minenfeld der Wortgefechte entwerten sich die Meinungen im Minutentakt. Was bleibt, ist weder Anklage noch Schuld, sondern ein Gefühl, das viele nach dem Mord an der Ägypterin hatten: Ratlosigkeit.


Förderer
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Fonds Darstellende Künste e. V.
Dresdner Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden


Gastspiele

Festival OFF der Freien Theater Dresden / Festival Kammermachen im Weltecho Chemnitz / Studiotheater Stuttgart / Stadttheater Kamenz / Dialogkonferenz ‚ Neonazismus in Sachsen‘ und Tagung ‚Institutioneller Rassismus in Sachsen‘ beide im Hygienemuseum Dresden / Interkulturelle Tage Dresden / Theater La Lune Stuttgart im Zuge des Kirchentages


Detlef Ulbrich

Petrova, Herzberg

GP RACIST 4- Foto Detlef Ulbrich Mit Petrova, Herzberg v.l

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